Wanderrucksack richtig packen

Wanderrucksack richtig packen – aber wie?

Wie packe ich meinen Wanderrucksack richtig? Das ist eine Frage, die sich besonders natürlich viele Wander-Anfänger, aber auch immer mal wieder die Profis stellen. Aber es ist wie bei so vielen Themen: Es gibt kein vollkommenes Patentrezept! Dennoch wollen wir euch hier ein paar Tipps zum Thema Wanderrucksack richtig packen mitgeben.

Gewicht

Wanderrucksack viel zu schwer, falsch gepacktDas Gewicht eures Wanderrucksacks ist natürlich von der Länge der Tour, der Anzahl und Art der Übernachtungen und der auf Tour verfügbaren Einkaufsmöglichkeiten abhängig. Grundsätzlich gilt aber die Faustregel: Weniger ist mehr! Wanderanfänger machen oft die Erfahrung, dass sie viel zu viel mitnehmen auf ihre ersten Touren und das meiste gar nicht so dringend brauchen, wie sie zunächst dachten. Diese Erfahrung ist zwar völlig normal und muss vielleicht auch einfach selber gemacht werden, aber dennoch sollte das Gewicht des Rucksacks im Auge behalten werden. Besonders auf den steileren Bergwegen spürt man im Verlauf der Wanderung jedes zusätzliche Pfund in den Beinen und im Rücken. Besonders ärgerlich ist es natürlich, wenn man auf Grund eines zu schweren Rucksacks (oder eben weil man die eigenen Kräfte überschätzt hat) eine Tour abbrechen muss.

Aber nochmal konkret: Was darf ein Wanderrucksack wiegen? Bei ausgewachsenen und gesunden Menschen sollte das Rucksackgewicht möglichst nicht 25% des eigenen Körpergewichts überschreiten. Kinder sollten aufgrund des empfindlichen Rückens niemals mehr als 10% des eigenen Körpergewichtes tragen. Diese Zahlen sind natürlich nur Richtwerte und gelten im Normalfall sowieso nur für Trekkingreisen. Je weiter ihr unter diesen Werten bleibt, desto besser. Wenn ihr zum Beispiel schafft, eine mehrtägige Trekkingtour in der Wildnis mit unter 5kg Gepäck (Leergewicht des Wanderrucksack + Ausrüstungsgegenstände, Verpflegung zählt nicht dazu) zu absolvieren, fällt das unter den Begriff des Ultralight-Trekkings. Wer sich mit dem Thema Ultralight Trekking beschäftigen will, sollte sich unbedingt diesen Artikel von Outdoorblognewsdurchlesen. Bei Tagestouren sollte der eigene Rucksack ein Gewicht von etwa 7kg nicht überschreiten, bei Mehrtagestouren sollten es nicht mehr als etwa 9kg sein. Wer Gletschertouren mit Spezialausrüstung macht, kann teilweise bis zu 15kg einplanen, aber dann sollte auch Schluss sein.

Die Gewichtsverteilung

Wer seinen Wanderrucksack richtig packen will, muss auf die Gewichtsverteilung achten! Euer Wanderrucksack kann das beste Tragesystem der Welt haben, das empfohlene Gewicht nicht überschritten sein, und dennoch sitzt er unbequem. Der Grund: Er wurde falsch beladen. Die Gewichtsverteilung spielt dabei eine ganz besonders wichtige Rolle: Denn wo sich welches Gewicht in eurem Rucksack befindet, entscheidet später über den Schwerpunkt eures Wanderrucksacks. Sitzt dieser zu hoch, zu tief, oder vor allem zu weit weg vom Körper, bringt euer Rucksack euch aus dem Gleichgewicht und sitzt unter Umständen falsch, bzw. leitet die Last nicht korrekt in die Hüfte. Der Schwerpunkt eures Wanderrucksacks sollte möglichst nah am Körper und etwas unterhalb der Schultern liegen. Dabei glt die Regel: Je schwerer der Aufstieg, desto niedriger sollte der Schwerpunkt liegen. Begebt ihr euch mit einem Tourenrucksack auf eine Ski- oder Snowboardtour, sollte der Schwerpunkt ebenfalls niedriger liegen, aber immer noch nah am Körper. Liegt der Schwerpunkt des Wanderrucksacks ZU niedrig, oder zu weit weg vom Rücken, zieht euch der Rucksack nach hinten. Liegt er zu hoch, lässt er euch instabil werden und schon bei kleinen Fehltritten schwanken. Auch ein seitlich verschobener Schwerpunkt ist schlecht für eure Stabilität bei der Wanderung.

Was gehört wo hin?

Verfügt euer Rucksack über ein separates Bodenfach, ist das der ideale Ort um einen Schlafsack oder andere weiche, leichte und komprimierbare Dinge unterzubringen. Nah an euren Rücken ins Hauptfach gehören die schweren Dinge, damit der Schwerpunkt nachher richtig sitzt. Achtet dabei darauf, dass keine zu scharfkantigen oder harten Gegenstände am Rücken drücken können. Ideal wäre hier z.B. die Unterbringung eines Trinksystems in einem dafür vorgesehenen Fach. Weitere Dinge für eine Unterbringung nah am Rücken wären z.B. ein Zelt, schwere (oder nasse) Kleidung oder Proviant. Mit den leichten Kleidungsstücken und sonstigem leichten Gepäck füllt man nun das Hauptfach des Rucksacks auf. Achtet dabei darauf, dass eure Regenjacke oder sonstige wichtig Kleidungsstücke oben im Rucksack sind, damit ihr sie immer schnell erreichen könnt. Kleinigkeiten, die ihr oft benötigt, gehören ins Deckelfach. Dazu zählen Sonnenbrille, Sonnencreme, Handy etc. Wenn euer Rucksack kein gesondertes Fach dafür hat, könnt ihr dort auch ein kleines Erste Hilfe Set unterbingen. Ein größeres Erste Hilfe Set sollte eher im Hauptfach verstaut werden.

Tipp: Achtet beim Packen darauf, dass ihr Kleidung, Schlafsack etc. nicht zu stark komprimiert. Besonders Anfänger neigen dazu, aber es führt im Endeffekt nur dazu, dass ungenutzte Räume im Rucksack entstehen.

 

Packliste

Was muss denn nun alles in den Wanderrucksack hinein? Wie immer ist das abhängig von der Tour, daher wollen wir euch hier erstmal eine Auflistung für die auf verschiedenen Touren unverzichtbaren Dinge geben:

Für die Tagestour:

  • Funktions T-Shirt zum wechseln je nach Wetterlage (langarm/kurzarm)
  • Wasser- und winddichte Jacke und Hose
  • Sonnencreme (mindestens LSF 30) und Lippenbalsam
  • Sonnenbrille
  • Trinksystem oder Trinkflasche
  • Erste Hilfe Set
  • Ausweiß, Bargeld, EC Karte (wasserdicht verpackt)
  • Stirnlampe
  • Handy mit Notfallnummern des entsprechenden Landes
  • Nüsse, Trockenobst oder Müsliriegel
  • Kartenmaterial/Kompass/GPS
  • Je nach Wetterlage:
    • Mütze/Stirnband
    • Kappe/Buff
    • Dünne Handschuhe

Zusätzlich für die Mehrtagestour:

  • 1-2 (Funktions-)Unterhosen
  • Funktionssocken
  • Elektrolyt- / Magnesiumtabletten
  • Hüttenschlafsack
  • Waschbeutel (Duschgel, Zahnbürste/-pasta, kleines Funktionshandtuch)
  • Je nach Wetterlage:
    • kurze Funktionshose